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Passwort vergessenFachverband SHK Rheinland-Rheinhessen schlägt Alarm
Umfrage zeigt massive Verunsicherung durch Änderungen der Heizungsförderung
Kurzfristige Änderungen der BEG-Förderung gefährden Planungssicherheit, Investitionen und Vertrauen in die Wärmewende
Die kurzfristig beschlossenen Änderungen der Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM) haben im rheinland-pfälzischen SHK-Handwerk zu erheblichen Verunsicherungen geführt. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Fachverbandes SHK Rheinland-Rheinhessen unter seinen Mitgliedsbetrieben in weiten Teilen von Rheinland-Pfalz. Die Befragung wurde vom 09. bis 13.07.2026 durchgeführt.
Die Ergebnisse zeichnen ein eindeutiges Bild: 86,7 Prozent der teilnehmenden Betriebe bewerten die kurzfristige Änderung bzw. Anpassung der Fördermaßnahmen sehr negativ. Gleichzeitig geben 83,3 Prozent an, dass die Auswirkungen bereits heute stark oder sehr stark im Betriebsalltag spürbar sind.
Besonders deutlich werden die Folgen im direkten Kundenkontakt. Alle antwortenden Unternehmen berichten von einer zunehmenden Verunsicherung der Verbraucherinnen und Verbraucher. 86,7 Prozent verzeichnen einen deutlich gestiegenen Beratungsaufwand und 80,0 einen höheren Verwaltungsaufwand sowie fehlende Planungssicherheit. Rund zwei Drittel der Betriebe beobachten bereits die Verschiebung geplanter Investitionen, knapp 60 Prozent berichten von Stornierungen bestehender Aufträge.
„Unsere Mitgliedsbetriebe sind wichtige Ansprechpersonen für Bürgerinnen und Bürger, wenn es um den Austausch einer Heizungsanlage geht. Gerade in einer Phase, in der die öffentliche Aufmerksamkeit durch die kurzfristige Entscheidung des Haushaltsausschusses besonders hoch ist, erwarten Kunden klare und verlässliche Aussagen“, erklärt Geschäftsführerin Katharina Hilger. Ihrer Einschätzung nach können die SHK-Betriebe derzeit vielfach keine verlässlichen Auskünfte zu den neuen Förderbedingungen geben, da wesentliche Umsetzungsfragen noch offen seien. Dies erhöhe den Beratungsaufwand erheblich und beeinträchtige zugleich das Vertrauen in die Verlässlichkeit der Wärmewende.
Die Umfrage zeigt zugleich: Die Kritik der Betriebe richtet sich nicht grundsätzlich gegen eine Anpassung der Förderpolitik. Viele Unternehmen zeigen Verständnis dafür, dass Förderprogramme weiterentwickelt, zielgerichteter gestaltet oder auch reduziert werden müssen.
Die deutliche Ablehnung der aktuellen Situation resultiert insbesondere aus dem kurzfristigen Verfahren und der aus Sicht der Betriebe unzureichenden Kommunikation. Zwischen der politischen Entscheidung und dem Inkrafttreten der neuen Förderbedingungen liegen nur wenige Tage. Gleichzeitig konnten bereits vor Veröffentlichung der neuen Förderrichtlinie keine neuen Bestätigungen zum Antrag (BzA) beziehungsweise Technischen Projektbeschreibungen (TPB) erstellt werden.
Die Folge war eine erhebliche Unsicherheit in der Praxis: Betriebe wurden unmittelbar mit Fragen ihrer Kunden und Kundinnen konfrontiert, konnten jedoch mangels verbindlicher Informationen keine belastbaren Aussagen zu den neuen Rahmenbedingungen treffen.
Auch der Blick in die Zukunft fällt unter den teilnehmenden Betrieben ernüchternd aus. Knapp zwei Drittel der befragten Unternehmen rechnen in den kommenden Monaten mit einem leichten oder sogar deutlichen Auftragsrückgang oder können die wirtschaftlichen Auswirkungen derzeit noch nicht seriös einschätzen. Zudem erwarten 82,1 Prozent der Betriebe negative Auswirkungen der Förderänderungen auf das Erreichen der Ziele der Wärmewende.
Der Verband fordert deshalb die politisch Verantwortlichen auf, bei zukünftigen Änderungen von Förderprogrammen deutlich längere Übergangsfristen vorzusehen. Förderprogramme müssten verlässlich, nachvollziehbar und praxistauglich ausgestaltet werden.

