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Passwort vergessenGemeinsame Tagung SHK- und E-Handwerk aus Hessen und Rheinland-Pfalz in Kaiserslautern
Zukunftstag: „Einsatz neuer Technologien, Energiespeicherung und Einsatzgrenzen“
Am 17. und 18. April fand bereits zum dritten Mal der gemeinsame Zukunftstag der vier Fachverbände statt.
Als Veranstaltungsstätte nutzte man das „42kaiserslautern“. Ein moderner, innovativer Ort für den informativen Austausch, passend zu den beteiligten Gewerken
Die Begrüßung erfolgte durch Landesinnungsmeister Dieter Allenbacher sowie FEHR – Präsident Stefan Ehinger. Beide betonten die Wichtigkeit des gemeinsamen Austauschs; unter den Anwesenden gäbe es auch soge-nannte „Zebra – Betriebe“, die bereits die gegenseitigen Synergien nutzen.
Auch politisch würde im gemeinsamen Sinne mit einer Stimme gesprochen.
Präsident Ehinger leitete danach zum Grußwort von Staatssekretär Michael Hauer vom Ministerium Klima-schutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz über. Dieser war kurzfristig für Ministerin Katrin Eder eingesprungen.
Hauer, selbst gelernter Landwirt und Dipl. Ing. Verfahrenstechnik betonte, dass er größten Respekt vor den an-wesenden Handwerksvertretenden und ihren Gewerken hätte. Diese seien täglich mit dem Thema Energie-wende konfrontiert und würden diese vor Ort gestalten und umsetzen.
Er betonte unter anderem die Wichtigkeit der Beratungsleistung beider Gewerke; eine Fachkraft müsse da sein, um für das Geld von Kundinnen und Kunden die bestmögliche Lösung für alle zu generieren, „auch für unsere Umwelt und die Zukunft unserer Kinder“.
Er spannte den Bogen zum aktuell relevanten Thema; „Der Krieg im Iran zeigt deutlich, wie dringend wir die Energiewende brauchen, auch im Gebäudesektor. Wenn wir bei Strom- und Wärmeversorgung auf erneuer-bare Energien setzen, verbleiben Erträge und Gewinne hier im Land und der Region und wir machen uns zu-dem unabhängig von Importen, wir schaffen regionale Wertschöpfung. Der gemeinsame Zukunftstag von SHK- und E-Handwerk in Rheinland-Pfalz und Hessen zeigt, mit wieviel Innovationskraft sich die Region für einen zu-kunftssicheren Gebäudesektor einsetzt“, so Hauer.
Im Rahmen der Veranstaltung stellte Franz-Josef Feilmeier, Geschäftsführer von FENECON, die zentrale Rolle von Batteriespeichern für die Energiewende heraus. Er betonte die Bedeutung eines ganzheitlichen Energiemanagements über Zeiträume hinweg und skizzierte eine Zukunft, in der Speicherlösungen an jedem Netzanschluss integriert sind. Trotz bestehender Herausforderungen, etwa bei der Batterientsorgung, unterstrich er die Innovationskraft seines Unternehmens, das mehrfach als „Innovation des Jahres“ ausgezeichnet wurde.
Im Anschluss präsentierte Dr. Peter Engelmann vom Fraunhofer Institut aktuelle Entwicklungen im Bereich Wärmepumpen mit dem Kältemittel Propan (R290). Im Kontext des Ziels der Klimaneutralität bis 2045 erläuterte er Vorteile wie die Ungiftigkeit, aber auch Herausforderungen durch Entzündlichkeit. Durch reduzierte Füllmengen konnte die Sicherheit jedoch deutlich verbessert werden. Sein Fazit: Wärmepumpen sind technisch auch in Bestandsgebäuden gut einsetzbar – vorausgesetzt, eine sorgfältige Planung und gewerkeübergreifende Abstimmung erfolgen.
Den abschließenden Fachvortrag hielt Marc Stühler, Head of Sales & Partnerships bei Leaders of AI, zum Thema Künstliche Intelligenz. Dabei stellte er praxisnah sogenannte KI-„Mitarbeiter“ vor, die bereits heute vielfältige Aufgaben – von Büroorganisation bis hin zur Protokollführung – in Unternehmen übernehmen. Mit Blick auf kommende Generationen betonte Stühler insbesondere die Chance, wertvolles Erfahrungswissen langfristig zu sichern und an nachfolgende Betriebsleiter weiterzugeben. Was einst als Zukunftsvision galt, ist laut Stühler inzwischen in vielen Unternehmen gelebter Alltag.
Im Anschluss an die Vorträge entwickelte sich ein reger Austausch mit dem Publikum, der die Themen zusätzlich vertiefte und praxisnah beleuchtete. Den Schlusspunkt des offiziellen Programms bildete eine Podiumsdiskussion unter dem Titel „Best Practice zwischen Elektro und SHK; gelebte Kooperation“, moderiert von Katharina Hilger.
Die Diskussionsteilnehmer, darunter Allenbacher und Ehinger, hoben die zentrale Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen den Gewerken hervor. Gerade in kleineren Kommunen sei diese Kooperation bereits Alltag. Entscheidend sei letztlich die Bereitschaft der Beteiligten, aktiv aufeinander zuzugehen, Kompetenzen zu bündeln und Aufgaben auch bewusst zu delegieren, um gemeinsam optimale Lösungen zu erreichen.
Der zweite Veranstaltungstag startete mit einem kurzfristig organisierten, hochkarätigen Online-Vortrag von Dr. Rusanna Gaber vom Sinus Institut, die den erkrankten Dr. Christoph Schleer vertrat. Unter dem Titel „Jugendliche heute: Alle gleich – oder ganz verschieden?“ präsentierte sie zentrale Erkenntnisse der Sinus-Jugendstudie und zeigte die Vielfalt jugendlicher Lebenswelten auf. Anhand von sieben unterschiedlichen Typen verdeutlichte sie deren Werte, Erwartungen und Zukunftsperspektiven. Ihr Fazit: Einheitliche Ansprachekonzepte greifen zu kurz – Unternehmen müssen ihre Zielgruppen differenziert betrachten, um Nachwuchs gezielt zu erreichen.
Den abschließenden Vortrag hielt Mike Lorenz, Obermeister und Geschäftsführer der Lorenz Energie GmbH. Unter dem Leitmotiv „Wie meistern wir die Herausforderung der Energiewende?“ skizzierte er praxisnah Lösungsansätze für eine vernetzte, digitale Energiezukunft. Im Fokus standen die Sektorenkopplung sowie das Zusammenspiel von Wärmepumpen, Photovoltaik, Energiespeichern und Elektromobilität. Entscheidend seien neben technologischen Innovationen vor allem verlässliche politische Rahmenbedingungen. Kritisch äußerte sich Lorenz zu geplanten regulatorischen Änderungen, die aus seiner Sicht die Energiewende ausbremsen könnten.
Abgerundet wurde der Tag durch einen praxisnahen Einblick in die Räumlichkeiten des 42kaiserslautern. Neben der „Denkfabrik“ bot insbesondere das „Modellhaus“ den Teilnehmenden die Möglichkeit, modernes energieeffizientes Bauen im Kleinformat zu erleben und sich fachübergreifend auszutauschen.
Allenbacher und Ehinger sprachen in ihrem gemeinsamen Schlusswort ihren Dank an alle Beteiligten aus, luden zum letzten Mittagsimbiss ein und wünschten allen einen guten Heimweg, verbunden mit dem Wunsch, den ein oder anderen Input mitzunehmen und umzusetzen.
Insgesamt eine gelungene Veranstaltung

